Es ist und bleibt das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen: das Auto. Über 70 Prozent der Beförderungskilometer entfallen auf den PKW, so eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Ändern wird sich das in Zukunft sicher nicht so schnell, doch die Klimaziele von EU, Bund und Ländern machen Druck. Alternative Antriebe müssen her, um den Klimaschutz zu erhöhen und schädliche CO2-Emissionen zu verringern – ohne dass die Menschen auf das Auto verzichten müssen.

Die gute Nachricht ist: Alternative Antriebe gibt es bereits genug. Welche das sind und worin ihre größten Vor-, aber auch ihre Nachteile bestehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Mehr Klimaschutz dank Hybridantrieb

Allein an der Zahl der Neuzulassungen gemessen, hat der Hybrid in Sachen alternative Antriebe die Nase vorn. So haben im Jahr 2019 über 239.000 Hybridfahrzeuge aus dem Handel zum Verbraucher gefunden. Und diese Beliebtheit ist nicht verwunderlich, überzeugt diese Alternative zum reinen Verbrennungsmotor doch durch eine Menge von Vorteilen. Mit einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor vereint das klassische Hybridauto zwei Antriebe in einem Fahrzeug. Auf diese Weise gibt es kein Reichweitenproblem, denn auf längeren Strecken löst der Verbrenner den Elektromotor einfach ab.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Fahrzeug mit Hybridantrieb dank des Elektromotors im Stadtverkehr nicht nur leise und sparsam unterwegs ist, sondern zudem auch CO2-neutral fährt. Ist der Verbrennungsmotor im Einsatz, so lädt der Akku nach dem Dynamoprinzip sogar während der Fahrt wieder auf. Wer einen Plug-in-Hybrid fährt, kann zudem von attraktiven Fördermöglichkeiten des Bundes profitieren. Der Nachteil des Hybrid, den andere alternative Antriebe hingegen nicht haben: Wegen des Verbrennungsmotors ist das Hybridfahrzeug nicht komplett emissionsfrei unterwegs.

CO2-neutral unterwegs mit dem Elektrofahrzeug

Geht es um alternative Antriebe, so ist das Elektrofahrzeug das bekannteste unter ihnen. Schließlich gibt es mittlerweile kaum einen Automobilhersteller mehr, der kein Elektroauto im Angebot hat oder aber zumindest in diesem Bereich in der Entwicklung aktiv ist. Denn in Sachen alternative Antriebe der Zukunft spielt das E-Auto eine entscheidende Rolle.

Warum? Weil es CO2-neutral unterwegs ist, die Lärmbelästigung dank seines leisen Antriebs nahe null geht und weil es indirekt ein Treiber der erneuerbaren Energien ist. So lassen sich Elektrofahrzeuge beispielsweise mit „grünem“ Strom aus Photovoltaikanlagen laden, was besonders in Bezug auf den Klimaschutz und das Erreichen der Klimaziele ein wichtiger Vorteil ist. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und fördert den Kauf von Elektrofahrzeugen mit Boni von mehreren tausend Euro. Das macht alternative Antriebe wie E-Autos noch attraktiver. Mit rund 63.000 neuzugelassenen Fahrzeugen liegen Autos mit Elektromotor übrigens auf Platz zwei der beliebtesten alternativen Antriebe.

Ein großer Hype mit Luft nach oben: Wasserstoff

Seit einiger Zeit mit im Rennen der alternativen Antriebe der Zukunft sind Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb. Das Prinzip: Wasserstoff und Sauerstoff reagieren in einer Brennstoffzelle zu Wasser. Dabei entsteht eine Menge Energie, die der Produktion von Strom dient, welcher dann wiederum einen Elektromotor antreibt.

Der Vorteil: Wo nur Wasser und Wärme entstehen, gibt es keine Schadstoffe. Und keine Schadstoffe bedeutet, kein CO2. Gerade im Hinblick auf die neu eingeführte CO2-Steuer kann es ein großer Pluspunkt sein, auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge zu setzen. Als sogenannte Zero-Emission-Vehicles wären diese Autos ein enormer Schritt in Richtung Klimaschutz und Erreichen der Klimaziele. Doch noch gibt es einen großen Nachteil. Denn bisher sind die erforderlichen Brennstoffzellen schwer, kurzlebig und teuer. Und auch der Transport von Wasserstoff im Fahrzeug ist eine Herausforderung. Alternative Antriebe mit Wasserstoff haben also noch einiges aufzuholen.

Erdgas und Autogas – zwei alternative Antriebe mit Potenzial

CNG (Erdgas) und LPG (Autogas) gehören schon seit längerem zum Mix der alternativen Antriebe. Beide haben den großen Vorteil, dass sie sich auch ohne Anschaffung eines neuen Fahrzeugs nutzen lassen. Denn die erforderliche Technologie ist so konzipiert, dass sie nachträglich in jedes Auto mit Ottomotor eingebaut werden kann. Bei der Nutzung von Erdgas gibt es dabei zwei Möglichkeiten:

  • monovalenter Betrieb, bei dem das Fahrzeug nur mit Erdgas läuft
  • bivalenter Betrieb, bei dem das Auto mit Erdgas und Benzin laufen kann

Hinzu kommt, dass LPG-Fahrzeuge weniger Schadstoffe ausstoßen als reine Verbrenner. Emissionsfrei sind sie jedoch nicht – was im Übrigen auch für Erdgasautos gilt. Außerdem tragen beide alternativen Antriebe im Falle eines Unfalls das große Risiko einer Explosion mit sich. Elektroautos oder Hybride sind da im Vergleich die deutlich sicheren Alternativen und können auch in Sachen Klimaschutz wesentlich mehr punkten.

Diese Autos können „bio“

In der Diskussion um alternative Antriebe kommen früher oder später auch Bioethanol und Biodiesel zur Sprache. Beide Antriebsstoffe haben gemein, dass bei ihrer Verbrennung kaum CO2-Emissionen auftreten. Grund dafür ist das Ausgangsmaterial dieser Kraftstoffe. So basiert die Herstellung von Bioethanol ausschließlich aus Biomasse bzw. aus nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Holz, Pflanzenabfälle oder Stroh. Emissionen entstehen in diesem Fall nur bei Anbau, Düngung und Ernte der Pflanzen.

Die Grundlage von Biodiesel sind pflanzliche oder tierische Fette, meist jedoch Rapsöl. Der Vorteil ist ähnlich wie beim Bioethanol: deutlich geringere Schadstoffemissionen (im Vergleich zu normalem Diesel). Demgegenüber stehen allerdings ebenfalls die durch Anbau, Düngung und Ernte der Pflanzen entstehenden CO2-Emissionen. Zudem wird bei der Verbrennung von Biodiesel deutlich mehr gesundheitsgefährdendes Schwefeldioxid ausgestoßen. Das zeigt, dass andere alternative Antriebe wesentlich besser sind.

Alternative Antriebe im Vergleich – wer macht das Rennen?

Klar ist: Hybridfahrzeuge und Elektroautos haben bislang die Nase vorn, wenn es um alternative Antriebe der Zukunft geht. Seien es nun weniger CO2-Emissionen, weniger Lärmbelästigung oder weniger andere Schadstoffe – elektrische Energie überzeugt mit einer Menge von Vorteilen. Doch die Forschung steht noch nicht am Ende. So wird es in den nächsten Jahren sicher noch einige Neuheiten geben, die das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen zukunftsfähiger machen und gleichzeitig den Klimaschutz unterstützen.