Mehr Komfort und kürzere Ladezeiten sind zwei ausschlaggebende Argumente, warum sich Besitzer von Elektroautos für eine private Wallbox entscheiden. So können sie Ihr Fahrzeug ganz bequem und bedarfsgerecht laden. Doch bevor sie wirklich alle Vorteile des Aufladens im eigenen Zuhause nutzen können, geht es darum, die Wallbox korrekt zu installieren. Das sollte in jedem Fall ein erfahrener Fachmann übernehmen. Welche Grundvoraussetzungen dieser bei der Installation beachten sollte, welche Fakten er vorab klären muss und was er auf keinen Fall bei der Einrichtung der Ladestation vergessen darf, verrät die folgende Checkliste für die Wallbox.

Diese Fragen sollten Sie mit Ihrem Kunden vorab klären

Damit der Kunde sein Elektrofahrzeug schnell und sicher aufladen kann, müssen einige Grundvoraussetzungen stimmen. Deswegen sollten Sie die wichtigsten Fragen bereits vor der Installation mit dem Kunden geklärt haben. Die folgenden Punkte dürfen in dem Zusammenhang auf keiner Checkliste für die Wallbox fehlen:

Wie ist die Wohnsituation?

Miete oder Eigentum, Wohnung oder Haus – wie der Kunde wohnt, ist entscheidend, wenn es darum geht, eine Wallbox zu installieren. Denn je nach Wohnsituation gilt es, unterschiedliche rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen. Hierbei sollte der Kunde zum einen geklärt haben, ob er mit der Installation der Wallbox alle Vorgaben von Bau-, Wohneigentums- und Mietrecht einhält. Das ist vor allem so lange wichtig, bis die Neuerungen des Wohnungseigentums-Modernisierungs-Gesetzes in Kraft treten. Es gibt Mietern und Eigentümern das Recht auf die Installation einer privaten Wallbox. Bis dahin muss der Kunde sich entweder von seinem Vermieter oder von der Mehrheit der Eigentümerversammlung eine Erlaubnis zur Installation eingeholt haben. Damit Sie als Installateur auf der sicheren Seite sind, sollte die Frage nach der Wohnsituation des Kunden ein Punkt Ihrer Wallbox-Checkliste sein.

Wo soll die Wallbox installiert werden?

Auch die bauliche Situation ist wichtig, wenn Sie eine Wallbox korrekt und sicher installieren wollen. Darum sollten eine Überprüfung der Beschaffenheit von Wandstärke und Baumaterial am Installationsort sowie die Tragfähigkeit der vorgesehenen Wand unbedingt auf Ihrer Checkliste für die Wallbox stehen. Bringen Sie in Erfahrung, ob die Ladestation im Innen- oder Außenbereich angebracht werden soll. Also zum Beispiel in einer Garage oder an einer Hauswand.

Hinzu kommt: Ist kein passender Stromanschluss vor Ort vorhanden, müssen Sie diesen erst legen, was zusätzliche Zeit erfordert – und am Ende mehr kostet. Das zu wissen ist auch vor dem Hintergrund Ihrer Angebotserstellung wichtig. Denn nur, wenn Sie eine umfassende „Checkliste Wallbox“ abgearbeitet haben, können Sie dem Kunden ein individuelles Angebot erstellen.

Welche Fahrzeuge möchte der Kunde laden?

Je nach Fahrzeugtyp unterscheidet sich auch die Ausführung der Wallbox. Deswegen sollten Sie vorab klären, welche Ladeleistung erforderlich ist: 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW. Denn die Ladeleistung des Fahrzeugs ist entscheidend dafür, welche Wallbox geeignet ist. Sie sollte auf jeden Fall die maximal mögliche Ladeleistung des Fahrzeugs abdecken. Nur so lassen sich wirklich schnelle Ladevorgänge realisieren.

Wie viele Ladepunkte für wie viele Fahrzeuge möchte der Kunde nutzen?

Folgender beispielhafter Sachverhalt. Sie haben dem Kunden eine Wallbox mit einem Ladepunkt installiert und nun beschwert er sich, weil er immer nur ein Fahrzeug laden kann? Das ist nicht optimal und lässt sich mit einer umfassenden Checkliste bereits im Vorfeld vermeiden. Fragen Sie den Kunden deswegen unbedingt noch vor der Installation, wie viele Ladepunkte er nutzen und wie viele Fahrzeuge er zeitgleich laden möchte. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch das dynamische Lastenmanagement ansprechen. Dieses ist besonders dann für den Kunden empfehlenswert, wenn er mehr als ein Fahrzeug zur selben Zeit laden will. Ein dynamischer Lastenmanager teilt die Ladeleistung der Wallbox auf.

Welche Zusatzfunktionen soll es geben?

Auch die Frage nach den Zusatzfunktionen gehört zur „Checkliste Wallbox“. Wissen Sie nämlich schon vor der Installation, welche zusätzlichen Features sich der Kunde wünscht, können Sie diese direkt bei der Installation einrichten und sparen sich auf diese Weise zeitaufwendige (und für den Kunden kostenintensive) Nachbearbeitungen. Hierbei geht es unter anderem um separate Stromzähler und Abrechnungssysteme, eine Steuerung der Wallbox per LAN oder WLAN und eine Nutzungsautorisierung per Schlüsselkarte, Charge-App oder RFID-Karte.

Checkliste Wallbox – diese Grundvoraussetzungen müssen klar definiert sein

Haben Sie all diese Fragen mit dem Kunden geklärt, so gilt es für Sie als Elektroinstallateur einige weitere Faktoren zu beachten – wie zum Beispiel den Anschluss der Wallbox. Eine Wallbox sollte immer an einen separaten Stromkreis angeschlossen sein. Außerdem müssen Sie den Gleichzeitigkeitsfaktor beachten. Dieser berücksichtigt, dass nicht immer alle Geräte einer Anlage gleichzeitig und mit voller Leistung betrieben werden. Für eine Wallbox gilt der Gleichzeitigkeitsfaktor von 1,0. Ihre Anschlussleistung muss deswegen bei 100 Prozent liegen.

Ebenfalls wichtig für Ihre Checkliste: die Dimensionierung der Stromleitung. Diese muss immer auf die gewünschte Ladeleistung angepasst sein. Bei einem Ladestrom von 16 Ampere oder höher sollten Sie ein Kabel mit einem Leitungsquerschnitt von 2,5 mm² verwenden. Das ist notwendig, um aus Überlastung resultierende Kabelbrände zu vermeiden. Um ein Elektroauto mit einer Ladeleistung von 11 kW oder mehr reibungslos laden zu können, sollte die Zuleitung der Wallbox zudem fünfadrig sein. Außerdem ist zu bedenken, dass der Kabelquerschnitt von weiteren Faktoren abhängt. Beispiele: Spannungsabfall, Außentemperatur, Leitungslänge und Montageart.

Stimmen alle Bedingungen für die Installation?

Ein letzter wichtiger Punkt für Ihre „Checkliste Wallbox“ ist die Frage nach der Erlaubnis des Netzbetreibers. Dieser muss nämlich unbedingt über die Installation und die Inbetriebnahme der Wallbox Bescheid wissen. Denn ein Elektrofahrzeug mit einer Ladeleistung von 11 kW zieht extrem viel Strom auf einmal aus dem Netz. Damit es nicht zu Stromausfällen kommt, sollte der Netzbetreiber deshalb auf jeden Fall über die Wallbox in Kenntnis gesetzt werden.

Auch wichtig in diesem Zusammenhang sind Leistungs- und Fehlerstromschutzschalter. Diese gewährleisten einen sicheren Betrieb der Wallbox, denn sie verhindern Gleichstromfehler, Stromschläge und Netzüberlastungen durch zu hohe Ströme. Haben Sie diese Punkte alle in Ihre „Checkliste Wallbox“ aufgenommen, sind Sie bestens gewappnet für eine erfolgreiche Installation.