Im Grunde ist einfach alles egal. Es ist egal, ob wir essen, trinken, schlafen, Auto fahren, Klamotten shoppen oder in den Urlaub fliegen. Es ist egal, was wir wann wie oft tun. Denn eine Sache ist immer gleich: Wir stoßen CO2 aus. Was jedoch alles andere als egal ist, ist die Menge dieses CO2-Ausstoßes. Die können wir nämlich maximal beeinflussen und das sollten wir auch tun. Je kleiner unser CO2-Fußabdruck nämlich ist, umso besser ist das für die Umwelt.

Doch was ist eigentlich dieser CO2-Fußabdruck, wofür ist er wichtig und wie lässt er sich berechnen? Und vor allem: mit welchen Maßnahmen lässt er sich verkleinern? Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was versteht man unter CO2-Fußabdruck?

Sie kennen es sicher auch: Sie gehen am Meer spazieren, barfuß, weil sich der Sand unter den Füßen einfach so schön anfühlt. Sie drehen sich um und sehen Ihre Spuren. Denn jeder Schritt hinterlässt einen Fußabdruck am Strand, der mal länger, mal kürzer zu sehen ist. Und so ähnlich ist es mit dem CO2-Fußabdruck, auch „carbon footprint“ genannt. Denn wie die Spuren im Sand stellt er im übertragenen Sinne dar, wie klimaschädlich ein Mensch lebt.

Ganz einfach gesagt, bedeutet das: Der CO2-Fußabdruck eines Menschen drückt die Menge an CO2-Emissionen aus, die dieser durch seinen Lebensstil verursacht. Das umfasst in diesem Fall nahezu alles, was der Mensch für und in seinem Leben tut. Der Kauf von Lebensmitteln und Kleidung, die Fahrten mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit, die Reisen in den Urlaub, Freizeitbeschäftigungen, Handynutzung – einfach alles. Denn es gibt nichts, wobei der Mensch kein CO2 ausstößt. Nicht einmal beim Atmen geht es ohne. Die ungefähre Menge des (direkt oder indirekt) verursachten Kohlenstoffs lässt sich auch berechnen.

Den CO2-Fußabdruck berechnen – so geht’s

Zunächst einmal eine wichtige Information vorab: In die Berechnung eines jeden CO2-Fußabdrucks fließt auch der Ausstoß anderer klimaschädlicher Gase, wie zum Beispiel Methan oder Lachgas, mit ein. Diese werden in CO2-Äquivalente umgewandelt, um den CO2-Fußabdruck berechnen zu können. Da kein Mensch jeden Tag gleich lebt und die gleichen Dinge konsumiert, ist das Ergebnis immer als durchschnittlicher CO2-Fußabdruck zu verstehen.

Den CO2-Fußabdruck berechnen Sie ganz leicht mithilfe verschiedenster CO2-Rechner, z.B. von diesen Anbietern:

  • WWF
  • Atmosfair – für Flugreisen
  • myclimate – für Autoreisen
  • IFEU Heidelberg – für Lebensmittel bzw. Rezepte; der Rechner ist jedoch zurzeit offline. Alternativen sind im Link vermerkt.

Hier kann jeder Interessierte seine persönlichen Angaben wie Stromverbrauch und -anbieter, Heizbedarf, Konsum- und Essverhalten sowie genutzte Verkehrsmittel eintragen. Daraus ermittelt ein CO2-Rechner dann ein individuelles Ergebnis. Ein großer Fußabdruck zeigt, dass jemand viel CO2 verbraucht, ein kleiner steht für geringere CO2-Emissionen.

Warum ist das Wissen um den CO2-Fußabdruck so wichtig?

Klima und Umwelt brauchen die Hilfe des Menschen. Denn er allein ist dafür verantwortlich, dass Ressourcen zur Neige gehen, erhöhte CO2-Emissionen in die Atmosphäre gelangen und der Klimawandel zunehmend bedrohlicher wird. Doch um handeln und seinen CO2-Ausstoß verringern zu können, muss zunächst einmal der eigenen CO2-Fußabdruck bekannt sein. Denn dieser macht es den Menschen möglich, bessere ökologische Entscheidungen zu treffen, in dem er verdeutlicht, womit ein Mensch CO2 verursacht und wie viel er tatsächlich emittiert. Auch als ökologischer Fußabdruck bekannt, hilft dieser Wert den Menschen dabei, das Ökosystem ihres Planeten zu schützen.

Schlechte Klimabilanz? So lässt sich Ihr ökologischer Fußabdruck verkleinern

Fest steht: je kleiner der „carbon footprint“ eines jeden Menschen, umso besser. Und der große Vorteil ist: Jeder Mensch kann seinen CO2-Fußabdruck verkleinern. Wie genau das gehen kann, zeigen die fünf folgenden Tipps.

1. Kleidung bewusst kaufen

Jede Jeans, jeder Winterboot, jedes Sommerkleid setzt mit seiner Herstellung CO2 frei. Das beginnt beim Anbau der Rohstoffe, geht über die Produktion und den weltweiten Versand bis hin zu Kauf, Nutzung und Entsorgung. Wer seinen CO2-Fußabdruck verringern möchte, sollte deswegen Abstand nehmen von sogenannter „fast fashion“.

Statt Unmengen an Klamotten für wenig Geld zu kaufen, ist es viel umweltfreundlicher, verantwortungsvoll und fair produzierte Kleidung zu nutzen, die zum Beispiel mit Umweltzeichen zertifiziert ist. Auch Second-Hand-Produkte haben heute längst nicht mehr so ein muffiges Image wie früher. Und wenn man keine Freude mehr an einem Produkt hat? Einfach tauschen, verschenken oder verkaufen. Denn jedes Produkt hat ein zweites oder drittes Leben verdient.

2. Regionale und saisonale Lebensmittel konsumieren

Dass Fleisch langsam aber sicher vom Speiseplan vieler Menschen weicht, hat einen guten Grund. Denn die Massentierhaltung ist längst verpönt, leben die Tiere doch unter katastrophalen Bedingungen und produzieren eine Menge CO2. Wer dennoch Fleisch essen möchte, sollte auf regionale Produkte setzen und einfach die Menge reduzieren. Auch Obst und Gemüse aus regionalem Anbau sowie deren saisonaler Verzehr verkleinern den CO2-Fußabdruck. Denn alles, was wenig Kilometer machen muss und wenig Wasser verbraucht, ist gut für das Klima. Auch von Vorteil: Plastik vermeiden und auf wiederverwendbare Einkaufsbeutel setzen.

3. Die eigene Heimat genießen

Bei einer Reise nach Australien verbraucht ein Mensch im Schnitt 12.000 Kilogramm CO2, bei einer Reise an die deutsche Ostsee nur 258 Kilogramm. Und 14 Tage Urlaub auf Mallorca sind in etwa so schädlich wie ein ganzes Jahr Autofahren. Wer also seinen CO2-Fußabdruck verkleinern möchten, kann viel tun, indem er auf Fernreisen verzichtet. Übrigens: Beim Autofahren generell verbraucht ein Mensch durchschnittlich 1.856 Kilogramm CO2 pro Jahr, bei der Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur 371 Kilogramm. Auch hier liegt also Potenzial, den eigenen CO2-Ausstoß zu verringern.

4. Elektrisch unterwegs sein

Dass die CO2-Bilanz eines Elektroautos signifikant weniger ist als die eines Diesels oder eines Benziners, ist nichts Neues. Und dennoch sollte man sich diesen Punkt immer wieder vor Augen führen. Denn dank Elektromotor stößt ein E-Fahrzeug während der Fahrt gar kein CO2 aus. Wer also seinen CO2-Fußabdruck verkleinern und seinen CO2-Ausstoß verringern möchte, ist mit einem Elektroauto auf dem besten Weg. Doch was ist eigentlich mit der Energie, die diese Art von Fahrzeug braucht?

5. Energie bewusster nutzen

Ja, die CO2-Bilanz von Elektroautos liegt insofern nicht ganz bei null, da die Produktion von Strom auch CO2 freisetzt. Wer hier jedoch auf Ökostrom oder vielleicht sogar auf den Strom aus einer eigenen PV-Anlage setzt, kann seinen CO2-Fußabdruck um ein gutes Stück verringern. Denn Ökostrom produziert viel weniger CO2 als konventionell hergestellter Strom. Das gilt im Übrigens nicht nur im Verkehrssektor, sondern auch für den alltäglichen Stromverbrauch im Haushalt. Auch hier kann Ökostrom einen wertvollen Beitrag leisten, um einen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Wer dann noch auf ein aufmerksames Laden seiner Elektrogeräte, einen bewussten Umgang mit Wasser und bedarfsgerechtes Heizen setzt, ist auf dem besten Weg.

 

> Mehr Tipps für einen klimafreundlicheren Alltag im Beitrag zu myenergis #TheGreenReset