Wer eine Wallbox zum Laden seines Elektrofahrzeuges nutzt, will vor allem eines: Erleichterung. Schließlich soll das Laden am bzw. im eigenen Zuhause das Leben einfacher machen und nicht schwerer. Gerade wenn Sie mehrere Fahrzeuge an einem Standort laden und dabei auf extreme Kosten sowie unnötige Lastspitzen verzichten möchten, kommt es auf das richtige Lastmanagement an. Welche verschiedenen Arten es dabei gibt und was Ihre Vorteile sind, wenn Sie auf ein dynamisches Lastmanagement setzen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Fahrplanbasiertes, statisches oder dynamisches Lastmanagement – diese Optionen gibt es

Im Grunde ist es einfache Mathematik: Je mehr Fahrzeuge gleichzeitig laden, um so mehr Strom wird benötigt. Doch Netzkapazitäten sind begrenzt und irgendwann fließt nicht mehr genug Strom, um alle Fahrzeuge gleich schnell zu laden. Jetzt muss die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden – und das kann teuer werden.

Doch das muss nicht sein! Denn wer mehrere Fahrzeuge mit minimalem Netzschluss laden und gleichzeitig hohe Betriebs- sowie Investitionskosten sparen möchte, kann sich diesen Wunsch tatsächlich erfüllen. Alles, worauf es dabei ankommt, ist ein Lastmanagement, das Ihren individuellen Anforderungen entspricht. Generell haben Sie dabei drei Optionen: fahrplanbasiertes, statisches und dynamisches Lastmanagement.

1. Fahrplanbasiertes Lastmanagement

Bei diesem Modell geht es zunächst darum, die verfügbare Ladeleistung auf Grundlage von fahrzeugspezifischer Ladeleistung, Fahrplänen und Energiebedarf aufzuteilen. Muss ein Fahrzeug beispielsweise schneller wieder einsatzbereit sein als die übrigen, so lässt sich dieses auch schneller laden. Dabei ist es zudem möglich, die Gebäudelast mit zu berücksichtigen.

2. Statisches Lastmanagement

Hier versorgt eine fest reservierte Ladeleistung alle Ladestationen gleichmäßig mit Strom – ganz unabhängig davon, wie viele Elektroautos zur selben Zeit laden. Dabei bekommt jedes Fahrzeug die gleiche Ladeleistung zugeteilt.

3. Dynamisches Lastmanagement

Wer auf dynamisches Lastmanagement setzt, kann die verfügbare Gesamtladeleistung an den aktuellen Stromverbrauch des ganzen Gebäudes anpassen. Sinkt der Stromverbrauch im Haus, so steht den Elektrofahrzeugen mehr Strom zum Laden zur Verfügung und umgekehrt.

Effizienter laden durch ein dynamisches Lastmanagement

Ohne ein intelligentes Lademanagement kann sich das Laden von Elektrofahrzeugen schnell zu einer Herausforderung entwickeln. Denn während des Ladevorgangs sind die Fahrzeuge nicht die einzigen Stromverbraucher. Auch das gesamte Gebäude, an bzw. in dem die Wallboxen installiert ist, benötigt Strom. Und je mehr Fahrzeuge an einem Standort laden sollen, umso schneller entwickelt sich der Ladekomfort zum reinsten Nadelöhr. Lastspitzen entstehen und die reduzieren nicht nur den Ladekomfort, sondern treiben gleichzeitig auch die jährlichen Stromkosten in die Höhe. Ein dynamisches Lastmanagement kann genau das verhindern.

In erster Linie hat ein dynamisches Lastmanagement das Ziel, den Ladekomfort zu erhöhen und Lastspitzen zu vermeiden. Das geschieht, indem das dynamische Lastmanagement eine höhere Ladeleistung der Ladepunkte über den Netzanschlusspunkt ermöglicht. Dabei wird die maximale Ladeleistung ermittelt und ganz individuell je nach Bedarf an den Ladepunkten zur Verfügung gestellt. Sinkt oder steigt der Stromverbrauch im Gebäude, wird die Maximalleistung für das Cluster der Ladestationen entweder hoch- oder heruntergesetzt. Das macht den Stromverbrauch beim Laden von Elektrofahrzeugen extrem effizient.

Intelligent laden und echte Vorteile genießen

Ein dynamisches Lastmanagement bedeutet immer auch ein intelligentes Lastmanagement. Und das ist entscheidend, wenn mehrere Elektrofahrzeuge an einem Standort geladen werden sollen. Hier kommt es nämlich darauf an, die Ladezeiten effektiv zu planen, damit diese auch wirklich optimal ablaufen. Doch die Zeit, sich in Ruhe hinzusetzen und genau auszurechnen, wann welches Auto wie lange an der Ladestation stecken kann oder muss, hat heute niemand mehr. Und das ist auch kein Problem. Denn ein dynamisches Lastmanagement nimmt Ihnen diese Aufgabe ab.

Ohne dass eine Erhöhung der Anschlussleistung erforderlich ist, sorgt dynamisches Lastmanagement dafür, dass sich die verfügbare Ladeleistung an einem einzigen Standort optimal auf alle zu ladenden Elektrofahrzeuge verteilen lasst. So lassen sich diese alle gleichzeitig und maximal effizient nutzen – und die hohen Investitionskosten für den Ausbau des Netzanschlusses fallen weg. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass sich das dynamische Lastmanagement unbegrenzt erweitern lässt. Vergrößert sich zum Beispiel der Fuhrpark, stellt das Laden kein Problem dar.

Wann rechnet sich ein dynamisches Lastmanagement?

Generell gibt es zwei Faktoren, anhand derer sich der Bedarf an einem dynamischen Lastmanagement festmachen lässt: zum einen die technische Notwendigkeit, weil nur eine begrenzte Anschlussleistung zur Verfügung steht, zum anderen der Wunsch nach Kostenminimierung. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn es zum Beispiel um das Laden einer ganzen betrieblichen Fuhrparkflotte geht. So kann ein dynamisches Lastmanagement gerade in Unternehmen, die auf Elektrofahrzeuge setzen und den störfreien Betrieb für einen reibungslosen Arbeitsalltag benötigen, eine echte Erleichterung sein.

Hinzu kommt, dass es durch dynamisches Lastmanagement möglich ist, eine Priorisierung der Fahrzeuge festzulegen und eines oder mehrere von ihnen schneller zu laden als andere. Zudem lassen sich maximale Leistungen und exakte Zeitpläne für die Ladevorgänge festlegen. Das verschafft den Fahrzeughaltern eine höhere Planungssicherheit. Damit erreicht das Laden von Elektrofahrzeugen ein völlig neues Level.