Die Spritpreise steigen derzeit stark an. Unweigerlich werden Gedanken an geeignete Alternativen laut und die Frage: „Soll mein nächstes Fahrzeug ein Elektroauto sein?” kommt auf. Der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und einer klimaneutralen Lebensweise ist groß, doch der Kauf eines neuen E-Autos ist für viele nach wie vor Neuland. Im ersten Teil unserer Frageserie klären wir über die Top Fünf der zehn häufigsten Fragen zum Thema Elektroauto fahren auf und räumen dabei auch den ein oder anderen Mythos aus dem Weg.

1. Wie sehr beeinflusst die Geschwindigkeit meine Reichweite?

Wie bei Verbrennungsmotoren auch hat die Geschwindigkeit beim Elektroauto fahren einen Einfluss auf den Leistungsverbrauch des Elektroautos. Einfacher gesagt, je schneller man fährt, desto schneller neigt sich auch der Batteriestand dem Ende zu. Vor allem liegt das am erhöhten Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten, was wiederum den Energiebedarf für den Antrieb in die Höhe schnellen lässt. Es ist also kein Geheimnis: Elektroautos sind nichts für Höchstgeschwindigkeiten. Rasereien mit 200 km/h oder schneller über längere Strecken gehören selbst mit Modellen der Oberklasse weitestgehend der Vergangenheit an. Nach 40 bis 50 Kilometern ist bei einem solchen Tempo meist Schluss. Zum nächsten Ziel schleichen muss aber auch mit dem E-Auto niemand. Bei Richtgeschwindigkeiten von 110 bis 130 km/h fährt man in einer guten Balance zwischen Geschwindigkeit und Reichweite. Ein echter Trumpf ist die zügige Beschleunigung der Elektroautos. Mit einem kurzen Tippen auf das Gaspedal zeigt das Elektroauto, was in ihm steckt. Fahrspaß garantiert!

2. Was muss ich bei einer Panne beachten? 

Mittlerweile sind die meisten Pannendienste im Umgang mit Elektroautos geschult und wissen, wie sie helfen können. Zwar kann man in den meisten Fällen direkt vor Ort nicht viel tun, jedoch ist mit einer professionellen Pannenhilfe der schnelle und sichere Weg zur nächsten Ladestation oder Werkstatt gewiss. Bei der Wahl eines Abschleppdienstes sollte man vor allem darauf achten, dass sich eine sogenannte EuP (Elektrisch unterwiesene Person) der Sache annimmt. Das Fachpersonal weiß um die Besonderheiten von Elektroautos und verhindert so zum Beispiel, dass beim Heben mit einem Wagenheber oder Ladekran stromführende Teile wie Hochvoltkomponenten berührt werden.

3. Elektroauto fahren: Wie lange dauert die Umgewöhnung? 

Diese Frage haben sich wohl viele Elektromobilisten am Anfang gestellt. Die Antwort ist ein klarer Sieg für das Elektroauto, denn es dauert meist nur kurze Zeit, bis sich Autofahrer an das neue und komfortable Fahrgefühl eines elektrischen Fahrzeugs gewöhnen. Der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Autos ist, dass sie ohne Getriebe auskommen. Dadurch erstreckt sich die Drehmomententwicklung über einen sehr weiten Drehzahlbereich und bewirkt eine schnelle Beschleunigung. Das E-Auto lässt sich auch viel einfacher bedienen. Schalt- und Kuppel-Vorgänge sind nicht mehr nötig. Selbst im Vergleich zum Automatikgetriebe ist das E-Auto Komfort-Sieger, denn nerviges Abwürgen des Motors im stockenden Stadtverkehr gehört der Vergangenheit an. Der sonst so lästige Stop-and-go-Verkehr ist dank Rekuperation sogar ein echter Pluspunkt für E-Cars, da beim Bremsen jedes Mal Energie gewonnen wird, die direkt in die Batterie zurückfließt.

4. Bietet Elektroauto fahren Kostenvorteile?

Bereits bei der Anschaffung können sich E-Autokäufer über Einsparungen freuen. E-Autos sind für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, die Ersparnis kann insgesamt mehr als 1.000 Euro betragen. Auch Förderprämien machen den Kauf eines E-Mobils attraktiv. Bis 2025 gibt es den sogenannten Umweltbonus, der von der Bundesregierung und den Herstellern getragen wird und je nach Modell bis zu 9.000 Euro beträgt. Zusätzlich fallen beim E-Auto geringere Wartungskosten an. Der Wechsel von Zündkerzen, Motoröl und Kraftstofffilter fällt komplett weg und kostspielige Verschleißteile wie Bremsen nutzen bei Elektroautos weniger stark ab, da anders als bei herkömmlichen Autos hier der Motor mitbremst.

Auch im Alltag machen sich kleine Ersparnisse für E-Autos bemerkbar. So können Elektroautos in  Hamburg auf kostenpflichtigen öffentlichen Parkplätzen bereits umsonst parken oder andernorts bei Stau und stockendem Verkehr die Bus- und Taxispuren nutzen. Durch hohe Benzin- und Dieselpreise liegt der größte Kostenvorteil im elektrischen Betrieb des Autos. Unter Betrachtung aktueller Benzin- und Strompreise fahren Elektromobilisten derzeit mit einer durchschnittlichen Kostenersparnis von bis zu 47% auf 100 Kilometer. Noch günstiger und zudem grüner wird es, wenn das E-Auto mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage geladen wird. Wie Sie Ihr E-Auto mit grüner Energie laden, erfahren Sie hier.

5. Muss ich stundenlang warten, bis mein E-Auto aufgeladen ist? 

Beim Betanken von Elektroautos gibt es mehrere Optionen. Am günstigsten und bequemsten geht es mit der eigenen Wallbox. Wer eine intelligente Wallbox wie zappi kauft, kann zwischen verschiedenen Ladegeschwindigkeiten auswählen. In Kombination mit einer eigenen Solaranlage stellt die Schnellladefunktion das absolute Optimum für den grünen und zeitsparenden Ladevorgang des E-Autos dar. Wer mehrere Stunden unterwegs ist oder keine eigene Lademöglichkeit zu Hause hat, ist auf öffentliche Ladestationen angewiesen. Der stetige Ausbau des öffentlichen Ladenetzes macht die Anschaffung eines Elektroautos immer attraktiver. Je nach Akkukapazität, Verbrauch und Ladeleistung der Station variiert die Ladezeit stark. Bei Superchargern mit bis zu 300 kW beträgt die Ladezeit in der Regel nur noch 30 Minuten, um die Batterie zu 80 Prozent zu laden. Bei sogenannten Laternenparkern kann der Ladevorgang dagegen auch mehrere Stunden dauern. Mehr zu Schnellladestationen erfahren Sie hier.

Mit den Plätzen 6 bis 10 geht es in unserem nächsten Magazinbeitrag weiter, der in Kürze erscheinen wird.