Mehr Elektroautos braucht das Land! Zumindest wenn die Klimaziele im Verkehr bis 2030 keine unerreichten Wunschträume bleiben sollten. Denn beim Erreichen dieser Ziele spielt Elektromobilität eine entscheidende Rolle. Nur ist die Anzahl an Elektroautos in deutschen Privathaushalten längst nicht so hoch wie nötig. Um das zu ändern, gibt es seit diesem Jahr von Bund, Ländern und Städten einige Fördermöglichkeiten für private Ladestationen. Welche das sind und wie Betreiber einer privaten Ladestation davon profitieren, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Hohe Kosten ade – so machen Fördermöglichkeiten private Ladestationen günstiger

Wenn es um die Frage geht, warum Elektroautos in Deutschland bisher nicht so gut ankommen, wie von Politik, Wissenschaft und Automobilindustrie gewünscht, lassen die Antworten nicht lange auf sich warten: zu lange Ladezeiten, keine flächendeckende Ladeinfrastruktur, zu hohe Anschaffungskosten. Gerade letztere erweisen sich als großes Problem, vor allem in Bezug auf die Installation privater Ladestationen, wie Ladesäulen oder Wallboxes. Doch das soll sich jetzt ändern – mit den Fördermöglichkeiten für private Ladestationen.

Seit Ende 2019 gibt es den von der Bundesregierung erstellten und unter der Leitung des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer umgesetzten „Masterplan Ladeinfrastruktur“. Dieser legt fest, dass noch in 2020 (vorerst) 50 Millionen Euro als Fördermöglichkeiten für private Ladestationen zur Verfügung stehen sollen. Wer damit eine flächendeckende Lösung erwartet, liegt jedoch leider falsch. Denn die Förderungen unterscheiden sich nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Kommune zu Kommune sowie von Stadt zu Stadt.

Erst informieren, dann installieren

Wer also wissen möchte, welche Fördermöglichkeiten für private Ladestationen es gibt, sollte sich unbedingt vor der Installation einer Wallbox oder einer Ladesäule bei seiner Stadt oder beim jeweiligen Bundesland, in dem er wohnt, über die zur Verfügung stehenden Zuschüsse zu informieren. Hier lässt sich auch in Erfahrung bringen, welche Voraussetzungen ein Betreiber privater Ladestationen erfüllen muss, um eine Förderung beziehen zu können.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, über die aktuellen Änderungen des Miet- und Wohneigentumsrechts Bescheid zu wissen. Denn hier hat es Ende März 2020 entscheidende Neuerungen gegeben, die es Mietern und Wohnungsbesitzern einfacher machen sollen, private Ladestationen an Eigentums- und Mietobjekten zu installieren. Für einen reibungslosen Fluss der Fördermöglichkeiten für private Ladestationen ist das ein wesentlicher Faktor.

Ladestationen ohne viel Bürokratie installieren und die Fördermöglichkeiten für private Ladestationen richtig ausschöpfen

Bis vor Kurzem waren Mieter auf die Erlaubnis ihres Vermieters angewiesen, wenn sie eine private Ladestation für ihr Elektrofahrzeug installieren wollten. Wohnungseigentümer innerhalb einer Wohnanlage mussten sich die Zustimmung aller oder eines Großteils der anderen Wohnungsbesitzer bei der Eigentümerversammlung einholen. Für viele war das ein Grund, sich gegen die Anschaffung eines Elektroautos zu entscheiden. Durch die Aktualisierung des Wohnungseigentumsmodernisierungs-Gesetzes der Bundesregierung soll sich das jetzt ändern: Mit der Gesetzesnovelle haben Mieter und Wohnungseigentümer spätestens Mitte des Jahres einen rechtlichen Anspruch darauf, dass sie einen Ladeanschluss für ihr Elektrofahrzeug einbauen dürfen.

Auf diese Weise sorgt die Aktualisierung des Wohnungseigentumsmodernisierungs-Gesetzes dafür, dass Wohnungseigentümer eine private Lademöglichkeit für ihr Elektrofahrzeug ohne Einverständnis der Mitglieder der Eigentümerversammlung einbauen können. Auch Vermieter müssen ihren Mietern den Einbau einer Ladestation genehmigen. Die Kosten sind allerdings vom Mieter bzw. vom Wohnungseigentümer selbst zu tragen – womit sich der Kreis zu den Fördermöglichkeiten für private Ladestationen schließt.

Mit gutem Beispiel voran gehen: So geht Förderung in NRW und München

Während sich die Fördermöglichkeiten für private Ladestationen in den meisten Bundesländern und ihren Städten eher überschaubar gestalten, gibt es auch einige, die sich dem Thema ambitioniert annehmen. So zahlt das Bundesland Sachsen 1.000 Euro an Besitzer von Elektroautos, die sich einen Stromspeicher anschaffen sowie 200 Euro extra für jede Kilowattstunde Speicherkapazität. Die Installation einer Wallbox unterstützen zum Beispiel Düsseldorf, Hannover, Merseburg und Marburg sowie Mainz, Jena, Karlsruhe, Nürnberg und Dachau mit Fördersummen zwischen 250 Euro und 500 Euro.

Mit gutem Beispiel gehen zudem München sowie das Land NRW voran. Während München die Beratung zur Installation einer privaten Ladestation mit bis zu 6.000 Euro unterstützt, hat NRW ein ganzes Förderprogramm zur emissionsarmen Mobilität auf die Beine gestellt. Um Kauf und Errichtung nicht-öffentlicher Ladestationen zu fördern, bietet das Land Besitzern von Elektrofahrzeugen eine umfassende finanzielle Unterstützung. Dazu gehören neben Fördermöglichkeiten für private Ladestationen, wie beispielsweise Wallboxen oder Ladesäulen, auch Zuschüsse für alle dazugehörigen Ausgaben, wie Parkplatzmarkierungen, Netzanschlüsse, Tiefbau und Inbetriebnahme.

Diese Voraussetzungen gilt es in NRW zu erfüllen

Die Fördermöglichkeiten für private Ladestationen kann jeder in Anspruch nehmen, der den Strom für seine Wallbox oder Ladesäule aus erneuerbaren Energien, also Grünstrom oder Ökostrom, bezieht oder aber eine Stromversorgung aus eigenerzeugtem regenerativem Strom, also zum Beispiel durch eine Photovoltaik-Anlage, nutzt. Ein entsprechender Nachweis darüber muss bei der Antragstellung verfügbar sein. Zudem muss die Aufstellung der Ladestation so erfolgen, dass sich das Elektrofahrzeug ohne Verlängerungskabel oder Kabeltrommel laden lässt. Weiter ist es Voraussetzung, dass die Installation der Ladestation durch einen ausgewiesenen Fachmann erfolgt.

Außerdem ist eine Kumulierung mit anderen Förderprogrammen des Landes NRW ausgeschlossen. Erfüllt ein Antragsteller diese Voraussetzungen, so kann er als privater Betreiber einer Ladestation mit einer Förderung von 50 Prozent rechnen, was bis zu 1.000 Euro pro Ladepunkt sein können. Zudem fördert NRW auch Unternehmen mit bis zu 3.000 Euro und Kommunen mit bis zu 4.800 Euro pro Ladepunkt, wenn diese nicht-wirtschaftliche Ladestationen betreiben. So vorbildlich sieht es in Sachen Fördermöglichkeiten für private Ladestationen in NRW aus.

Eine Übersicht über die aktuell wichtigsten Fördermöglichkeiten zeigt die nachfolgende Tabelle:

 

Land/Stadt Antragsberechtigter Förderhöhe pro Ladepunkt Bonus pro Ladepunkt
Nordrhein-Westfalen Privatnutzer 1.000,00 € 500 € bei selbsterzeugtem Strom
Unternehmen 1.000 € – 3.000 € 500 € bei selbsterzeugtem Strom
Kommune 1.600 € – 4.800 € 500 € bei selbsterzeugtem Strom
Sachsen Privatnutzer 1.000 € (bei Besitz eines E-Autos) 200 € pro kWh Speicherkapazität
München Privatnutzer 6.000 € (für Planung und Einbau von Ladeinfrastruktur)
Unternehmen 10.000 € für Schnellladestationen
Düsseldorf Privatnutzer 500 € (bei Bezug von Ökostrom oder eigener Solaranlage)
Hannover Privatnutzer 500 € (bei Bezug von Ökostrom)
Merseburg Privatnutzer 500,00 €
Marburg Privatnutzer 400 €
100 € (bei selbsterzeugtem Strom)
Mainz Privatnutzer 400 € (bei Bezug von Ökostrom)
600 € (bei Installation einer E-Säule)
Jena Privatnutzer 300 € (auch bei Pacht einer Wallbox)
Karlsruhe Privatnutzer 200 € (bei Bezug von Ökostrom)
Nürnberg Privatnutzer 250 € Preisnachlass auf die Wallbox (bei Bezug über N-ERGIE)
Dachau Privatnutzer 250 € (bei Kauf eines E-Autos)
Genf (Schweiz) Privatnutzer 1.000 CHF (bei Einzelnutzung)
2.000 CHF (bei Nutzung durch mehrer Haushalte)
Tessin (Schweiz) Privatnutzer 500 CHF
St. Gallen (Schweiz) Privatnutzer 150 CHF (pro kWh maximaler Ausgangsleistung)
Österreich Privatnutzer 200 € (bei Kauf einer Wallbox)
Unternehmen 1.250 € (für Normalladestationen)
12.500 € (für Schnellladestationen)

 

Fördermöglichkeiten für private Ladestationen durch die KfW-Bank

Wer seine private Ladestation nicht durch Bundesland oder Kommune fördern lassen kann, muss jedoch nicht zwangsläufig auf Unterstützung verzichten. Auch die KfW-Bank bietet finanzielle Fördermöglichkeiten für private Ladestationen. So unterstützt sie die energetische Sanierung von Wohngebäuden mit einer Übernahme von 10 bis 30 Prozent der Bausumme – worunter auch die Installation einer Wallbox oder Ladesäule fällt. Allerdings muss die Förderfähigkeit durch einen Energieberater bestätigt sein.

Ein Blick zu den Nachbarn – so fördern Schweiz und Österreich

Auch in der Schweiz setzen die Kantone mit unterschiedlichen Modellen auf Fördermöglichkeiten für private Ladestationen. So fördern beispielsweise die Kantone Genf und Tessin sowie die Stadt St. Gallen mit Beträgen von 500 bis zu 2.000 Schweizer Franken, Wallis plant ähnliche Zuschüsse für die nahe Zukunft.

Gleiches gilt für Österreich: Hier unterstützt das Land nicht nur den Kauf von Elektrofahrzeugen sowie die Installation von Ladestationen kleiner und mittlerer Unternehmen, sondern zahlt auch Privatpersonen 200 Euro für den Kauf einer Wallbox. Die Voraussetzung dafür ist allerdings der gleichzeitige Erwerb eines Elektrofahrzeugs. Während die Fördermöglichkeiten für private Ladestationen damit eher gering ausfallen, profitieren Betreiber öffentlicher Ladestationen deutlich mehr. So wird der Bau einer öffentlichen Ladestation mit 10.000 Euro bezuschusst, Schnellladestationen mit Wechselstrom von mehr als 43 kW oder Gleichstrom von mindestens 50 kW oder mehr sogar mit 12.500 Euro.

 

(Stand der Daten: 05.2020)

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