16. April 2020

Das müssen Elektriker über die Installation einer Ladestation für Elektroautos wissen

Tanken gehört garantiert nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Irgendwie ist es immer ein bisschen zu teuer, außerdem kostet es Fahrtzeit und manchmal auch einiges an Nerven – meistens dann, wenn Benzin ausnahmsweise mal günstig ist und gefühlt jeder den Tiefpreis nutzen will. Besitzer eines Elektrofahrzeugs haben es da deutlich einfacher, können sie ihr Auto doch ganz bequem und einfach im eigenen Zuhause laden. Wichtig ist dafür nur die korrekte Installation der Ladestation.

Warum das so ist, wieso Sicherheit nur durch eine fachmännische Installation der Ladestation garantiert ist und welche Faktoren zu einer korrekten Einrichtung und Inbetriebnahme gehören, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ladestation vs. Steckdose – darum sollten Sie keine normale Steckdose nutzen

Jedes Elektrofahrzeug lässt sich an einer ganz normalen, haushaltsüblichen Schutzsteckdose mit 230 Volt aufladen, so viel steht fest. Doch auch wenn diese Methode so schön unkompliziert scheint, sollte sie wirklich nur im Notfall greifen. Denn sicher ist diese Variante nicht. Im Gegenteil: Normale Stromleitungen sind nicht für eine solch hohe Dauerbelastung ausgelegt, wie sie beim Aufladen eines Elektrofahrzeugs auftritt. Die Folgen können Kurzschlüsse und Kabelbrände sein, die nicht nur zu Schäden an Fahrzeug und Gebäude, sondern auch zu schweren Personenverletzungen führen können. Deswegen empfiehlt sich die Installation einer Ladestation.

Eine Ladestation, auch Wallbox genannt, garantiert ein sicheres Laden von Elektrofahrzeugen zu Hause über den heimischen Stromanschluss. Dabei umfasst sie sowohl die Steckverbindung für das Ladekabel, die Verbindung zum Wechselstromnetz als auch weitere Funktionen, die es für einen reibungslosen Stromfluss braucht. Einfach an der Wand in der Garage oder außen an der Hauswand montiert, sorgt sie dafür, dass das Auto schnell und sicher lädt. Und zwar rund fünf Mal schneller als über die normale Steckdose.

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Nur für Fachkräfte – die Installation einer Ladestation ist nichts für Hobby-Elektriker

Was vielleicht amüsant klingt, ist tatsächlich ernst. Denn eine Ladestation lädt das Elektrofahrzeug über einen langen Zeitraum mit sehr hoher Stromstärke auf. Damit es dabei nicht zu Schäden am Eigentum des Fahrzeughalters, am Fahrzeug selbst oder an Personen kommt, ist die richtige Installation der Wallbox besonders wichtig. Das wiederum erfordert einiges an Fachwissen und Expertise, über die nur eine Fachkraft verfügt. So sollte die Installation immer in den Händen einer Solchen liegen.

Diese Fakten zum Fahrzeug sollten bekannt sein

An erster Stelle – noch vor der eigentlichen Installation der Wallbox – geht es zunächst um die Wahl der passenden Ladestation. Hierfür ist es notwendig, zu wissen, wie hoch die maximale Ladeleistung des Elektrofahrzeuges ist. Soll die Ladestation dem Aufladen mehrerer Fahrzeuge dienen, ist das Fahrzeug mit der höchsten maximalen Ladeleistung der Maßstab. In einem zweiten Schritt geht es darum, die Art des Ladekabels und des dazugehörigen Steckers genau zu definieren. Denn nicht jede Ladestation hat automatisch den passenden Stecker für jedes Fahrzeug. Deswegen sollte vor der Installation einer Wallbox geprüft sein, welche Anschlussmöglichkeiten das Fahrzeug unterstützt. Umgekehrt ist auch zu beachten, welchen Steckertypen die Ladestation erfordert.

Allgemein gibt es zwei Arten von Ladestationen: eine Variante mit einem fest angeschlossenen Kabel (Typ 1-Ladestecker oder Typ 1-Ladekabel) sowie eine Variante mit einer integrierten Typ 2-Steckdose. Letztere erfüllt alle Nutzungskriterien für die auf dem europäischen Markt überwiegend verwendeten dreiphasigen Ladevorrichtungen, die wiederum meistens standardisiert und nach DIN genormt sind. Gerade für Nutzer, die mehrere Elektrofahrzeuge in Gebrauch haben, bietet diese Ausführung einige Vorteile, die man vor der Installation der Wallbox berücksichtigen sollte.

Wer Photovoltaik-Anlagen besitzt und sein Fahrzeug mit dem daraus selbstproduzierten Strom aufladen möchte, sollte zudem vor der Installation der Ladestation darauf achten, dass diese sowohl Solarfunktionen als auch das dazugehörige Energiemanagement unterstützt.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Installation

Sind die Fakten rund um die zu ladenden Fahrzeuge geklärt, so sollte die Elektrofachkraft fünf entscheidende Fragen klären, um eine erfolgreiche und sichere Installation der Ladestation zu gewährleisten. Dabei geht es um folgende Aspekte:

1. Sind alle rechtlichen Voraussetzungen für die Installation der Ladestation geklärt?

Bevor die Installation final erfolgen kann, sollten auch alle rechtlichen Fragen in Bezug auf alle Vorgaben von Bau-, Wohneigentums- und Mietrecht geklärt sein.

2. Ist der heimische Netzanschluss groß genug oder ist eine Erweiterung desselben notwendig?

Für eine Ladestation mit einer Ladeleistung von 11 kW ist in der Regel jeder Netzanschluss ausgelegt. Wenn der Fahrzeughalter jedoch beispielsweise einen Whirlpool oder eine Sauna an die Stromversorgung angeschlossen hat, kann es sein, dass eine Erweiterung des Netzanschlusses nötig ist, bevor die Installation der Wallbox erfolgen kann.

3. Wie hoch ist die Anschlussleistung der Ladestation?

Hier gilt: Ladestationen mit einer Anschlussleistung von 4,6 kVa bzw. 20 Ampere sind immer beim Netzbetreiber anzumelden.

4. Wo soll die Wallbox hängen?

Die Wahl des passenden Ortes ist ebenfalls sehr wichtig für die Installation der Wallbox. Hierbei geht es sowohl um bauliche Aspekte wie zum Beispiel, ob die vorgesehene Wand tragfähig ist oder ob gegebenenfalls eine Stele genutzt werden muss. Welche Stromleitungen sind außerdem bereits vorhanden? Aber auch äußere Faktoren sind wichtig, wie zum Beispiel eine wettergeschützten Anbringung.

Soll die Installation der Ladestation an einem Ort erfolgen, der noch nicht über einen Stromanschluss verfügt, muss dieser zunächst gelegt werden. In diesem Zusammenhang gilt es auch, die Versorgung im Hausverteilerkasten anzupassen. Zudem sollte der Fahrzeughalter an dieser Stelle im Idealfall festlegen, ob es einen Zwischenzähler geben soll, um den Stromverbrauch für das Aufladen des Wagens transparenter und die Abrechnung einfach zu gestalten. Weiterhin ist hier ein geeigneter Zeitpunkt, um festzulegen, ob sich die Ladestation per LAN oder WLAN steuern lassen soll.

Verfügt der Installationsort bereits über einen Starkstromanschluss, lässt sich dieser einfach für die Ladestation nutzen. In diesem Fall sollte lediglich eine Anpassung der Beschriftung im Verteilerkasten erfolgen.

5. Muss ein Fehlerstromschutzschalter Typ B (FI-Schalter) installiert werden oder ist er schon in der Ladestation integriert?

Ein FI-Schalter Typ B ist deswegen ein Muss, da er potenziell gefährliche Fehlerströme verhindert. Möglich ist jedoch auch, dass die gewählte Ladestation über eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung verfügt. In diesem Fall reicht die Installation eines FI-Schalters Typ A.

Sind all diese Faktoren bekannt und werden berücksichtigt? Dann steht der sicheren Installation der Wallbox durch eine Elektrofachkraft nichts mehr im Wege.

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