Umweltzerstörung, Kinderarbeit, Wasser- und Luftverschmutzung – das alles sind Schlagworte, die immer wieder im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen fallen. Kritiker der E-Mobilität halten die Debatte um die Batterieherstellung hoch, während Befürworter nicht müde werden, die Nachhaltigkeit zu betonen. Doch welche Seite hat Recht? Und gibt es überhaupt ein richtig oder falsch? Klar ist, die Nachhaltigkeit beim Elektroauto muss differenziert betrachtet werden.

Bis zu welchem Grad Elektroautos nachhaltig sind, worin das eigentliche Problem mit den Batterien besteht und was aktuell getan wird, um die Nachhaltigkeit beim Elektroauto weiter zu fördern, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das „Batterie-Problem“ – diese Fakten sollten Sie kennen

Nahezu alle Elektrofahrzeuge nutzen momentan Lithium-Ionen-Akkus, weil diese bisher über die besten Speicherkapazitäten verfügen. Das wirkt sich auf Reichweite, Ladezeiten und Fahrkomfort aus. Aber sind diese Akkus auch sicher? Und wie wirken sie sich auf die Nachhaltigkeit von Elektroautos aus? Aber sind diese Akkus auch sicher? Und wie wirken sie sich auf die Nachhaltigkeit von Elektroautos aus?

Um diese Fragen zu beantworten und die wahre Ökobilanz von Elektroautos zu definieren, ist es wichtig, viele verschiedene Faktoren zu betrachten. Denn bei der Diskussion, ob ein Elektroauto nachhaltig ist, geht es nicht allein um Reichweiten und Batterieherstellung.

Klar ist, dass Elektroauto, Batterie und Herstellung in engem Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit des Elektroautos stehen. Das „Problem“ der Batterieherstellung ist dabei schnell ausgemacht: Es sind die Rohstoffe. Neben Lithium ist in den meisten Akkus auch Kobalt verbaut – zwei Materialien, deren Abbau soziale, politische und ökologische Auswirkungen hat. Ihre Förderung bedroht Ökosysteme, Menschen arbeiten für Hungerlöhne und unter mangelhaften Sicherheitsbedingungen, während andere sich daran bereichern. Auf der anderen Seite investieren Hersteller jedoch jeden Tag Zeit und Know-how in die Entwicklung neuer Technologien, um die Ökobilanz von Elektroauto und Batterieherstellung schnellstmöglich zu verbessern.

Batterieherstellung neu gedacht – diese Alternativen sind denkbar

Damit die Nachhaltigkeit beim Elektroauto deutlich steigt, gibt es bereits einige Ansätze, die die Batterieherstellung und auch die spätere Batterieentsorgung umweltfreundlicher, klimaschonender und ethischer machen sollen. So ist es beispielsweise möglich, Lithium aus Deutschland zu nutzen. Die Vorkommen sind da, die Technologien gibt es auch.

Zudem entwickelt die Global Battery Alliance (GBA) aktuell einen Batteriepass, der als Nachhaltigkeitssiegel für Batterien gelten soll. Sein Ziel ist es, Kinderarbeit auszuschließen und die Einhaltung von Sicherheits- und Gesundheitsstandards bei der Förderung von Rohstoffen sowie bei der Batterieherstellung zu garantieren. Bis 2022 soll der Batteriepass Marktreife erhalten und die Nachhaltigkeit beim Elektroauto steigern.

„Second Life“ ist ein weiterer Punkt, der die Nachhaltigkeit steigern kann. Denn schon bei geringer Abnutzung taugt der Akku nicht mehr für den Einsatz im Auto. Deshalb forschen Hersteller aktuell dazu, in welchen Bereichen sich Batterien von Elektroautos weiterverwenden lassen, wenn sie für das Fahrzeug nicht mehr brauchbar sind. Denkbar ist beispielsweise eine Nutzung als Stromspeicher. Das würde den Lebenszyklus einer Batterie verlängern, sie insgesamt nachhaltiger machen und die Batterieentsorgung hinauszögern. Gleichzeitig arbeitet die Forschung an brauchbaren Alternativen zu Lithium-Kobalt-Batterien.

Ist ein Elektroauto wirklich umweltfreundlich?

Sich nur auf die Batterien zu konzentrieren, wenn es um die Nachhaltigkeit beim Elektroauto geht, wäre tatsächlich sehr kurzsichtig. Denn wie umweltfreundlich ein E-Auto ist, hängt nicht allein von dessen Batterie ab. Auch Faktoren wie CO2-Ausstoß oder Nutzung erneuerbarer Energien spielen eine wichtige Rolle.

Seit Jahren zeigen unterschiedlichste Studien wiederholt, dass die Ökobilanz von Elektroautos deutlich besser aussieht als die von konventionellen Antrieben. Doch warum sind Elektroautos umweltfreundlicher als Verbrenner? Die Antwort ist im Grunde schnell gegeben. So hat das Fraunhofer Institut in einer Studie von 2019 herausfinden können, dass Elektroautos bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 13 Jahren im Vergleich zu einem Diesel bis zu 28 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre entlassen und bis zu 42 Prozent weniger als ein Benziner.

Hinzu kommt, dass Benziner und Diesel mit steigender Nutzungsdauer zunehmend mehr Emissionen verursachen, während E-Autos dank verbesserter Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gleichbleibend wenig Treibhausgase emittieren. Das ist ein wesentlicher Umweltvorteil und ein entscheidender Punkt für die Nachhaltigkeit vom Elektroauto.

Das Elektroauto als Treiber erneuerbarer Energien

Eine Win-Win-Situation in Sachen Klimaschutz entsteht auch dadurch, dass Elektrofahrzeuge die Verbesserung der Stromproduktion antreiben. Denn, so die Studie des Fraunhofer Instituts, der Einsatz von Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen sowie die Nutzung von PV-Anlagen verbessern nicht nur Ökobilanz und Nachhaltigkeit vom Elektroauto, sondern führen auch zu einem Wachstum erneuerbarer Energiekonzepte.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass kein Elektroauto komplett CO2-frei nutzbar ist. Denn selbst wenn das Fahrzeug bei seinem Betrieb keine Schadstoffe abgibt, so entsteht bei der Stromerzeugung trotzdem CO2. Entscheidend ist hierbei deswegen, aus welchen Quellen der Strom stammt. Es gilt: Je „grüner“ der Strom, umso geringer die CO2-Bilanz. Auch deswegen ist es der Plan der deutschen Regierung, den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien bis 2025 auf bis zu 45 Prozent zu erhöhen. Für die Nachhaltigkeit beim Elektroauto ist das ein entscheidender Punkt.

Pro und Contra gegenübergestellt – wie „grün“ ist ein Elektroauto also wirklich?

Festzuhalten ist in jedem Fall, dass die Umweltbelastung niemals durch das Elektroauto selbst erfolgt, stößt dieses doch keine Schadstoffe aus – ein Pluspunkt in Sachen Nachhaltigkeit beim Elektroauto. Das Minus findet sich tatsächlich bei der Batterieherstellung. Doch auch das kann ein Elektroauto wieder wett machen. Denn neben einer langen Lebensdauer ist die Batterie auch nach der Nutzung im Fahrzeug noch weiterverwendbar. Zudem lassen sich die in ihr verbauten Rohstoffe wiedergewinnen und weiter nutzen – auch und vor allem das Lithium. Hinzu kommt die nachhaltige Stromnutzung der Fahrzeuge. So ist die Nachhaltigkeit beim Elektroauto unter dem Strich gesehen viel höher zu bewerten, als vielleicht auf den ersten Blick gedacht.