Direkt auf den Punkt gebracht: Eine Solaranlage mit Speicher lohnt sich vor allem deshalb, weil Sie dafür Geld vom Staat bekommen. Eine echte Win-Win-Situation. Sie laden Ihr Elektroauto grün und werden dabei noch unterstützt. Doch bevor es soweit ist, brauchen Sie erst einmal die richtige Anlage. In diesem Beitrag finden Sie Tipps für die Auswahl.

Warum Sie in eine Solaranlage mit Speicher investieren sollten

Mehr ist mehr – das gilt vor allem für die Produktion und den Verbrauch von Solarstrom. Denn je mehr Ihre Solaranlage herstellt, umso mehr Strom haben Sie für Ihren Verbrauch zur Verfügung. Und eine Solaranlage mit Speicher kann noch viel mehr.

Das sind die größten Vorteile einer Solaranlage mit Speicher

  • Nur etwa 30 Prozent des mit einer PV-Anlage erzeugten Stroms können Sie direkt nutzen. Darum sollten Sie auf eine Solaranlage mit Speicher setzen, um keinen Strom zu verschwenden. Dank des Speichers können Sie die in den sonnenreichen Stunden produzierte Energie immer dann nutzen, wenn die PV-Anlage gerade etwas weniger oder gar keinen Strom produziert. Das macht Sie maximal unabhängig.
  • Für Verbraucher, die überdurchschnittlich viel Strom nutzen – zum Beispiel, weil sie ein Elektroauto fahren – ist eine PV-Anlage perfekt. Denn dank einer Solaranlage mit Speicher laden Sie Ihr Fahrzeug mit Solarstrom kostenlos. Wichtig ist nur, dass Sie genügend Strom verbrauchen, oder aber den überschüssigen Strom gegen eine Vergütung ins Netz einspeisen.
  • Je mehr selbstproduzierten Strom Sie verbrauchen, umso höher ist letztendlich die Wirtschaftlichkeit der gesamten PV-Anlage. Denn alles, was Sie an Eigenstrom nutzen, müssen Sie nicht von einem externen Netzanbieter beziehen. Das spart Kosten. Als kleine Faustregel gilt, dass das Erzeugen und Speichern von Strom nicht mehr kosten sollte als der Strom aus dem öffentlichen Netz. Bei letzterem liegt der Preis pro Kilowattstunde im Schnitt zwischen 26 und 32 Cent.

Die Kostenfrage: Das ist der Preis für eine Solaranlage mit Speicher

Ja, die Anschaffung einer Solaranlage kostet natürlich Geld. Doch wer die Anschaffung geschickt gestaltet, kann richtig profitieren. Denn auf den Preis einer Solaranlage mit Speicher wirken sich mehrere Faktoren aus.

a) Die Kaufkosten für eine Solaranlage mit Speicher

  • Die PV-Anlage: Diese sollte nicht zu klein sein und immer mehr Strom produzieren können, als der Haushalt direkt verbraucht. Mindestens 1 kWp Leistung pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch für Haushalt (und ggf. Elektroauto) sind hier eine gute Richtlinie zur Orientierung. Die Preise variieren zwischen rund 8.000 Euro und 26.000 Euro – wobei nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind. Denn je größer die PV-Anlage, desto höher der Preis.
  • Der Batteriespeicher: Je nach Speicherkapazität unterscheiden sich auch die Preise für einen Batteriespeicher. Von etwas mehr als 500 Euro pro Kilowattstunde bis hin zu über 1.000 Euro pro Kilowattstunde sind hier etliche Preis-Leistungs-Modelle realisierbar.

b) Steuerabgaben für Batteriespeicher

Wenn Sie Ihren selbsterzeugten Strom nur für den Hausgebrauch oder das Aufladen eines Elektrofahrzeugs nutzen, müssen Sie keine Steuern zahlen. Voraussetzung:  Es gelangt kein Strom ins öffentliche Netz. Denn Eigenverbrauch ist nur dann steuerpflichtig, wenn er einen Gewinn erzielt, also wenn sie den Strom Dritten gegen Geld zu Verfügung stellen. In diesem Fall erzielen Sie nämlich einen Gewinn und müssen für diesen Umsatzsteuer zahlen.

c) Einspeisevergütung

Wer seinen mit der PV-Anlage selbsterzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeist, kann nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Einspeisevergütung erhalten. Damit profitieren Sie zusätzlich von der Direktvermarktung Ihres Stroms.

d) Fördermöglichkeiten für eine Solaranlage mit Speicher

Wer in Deutschland eine Solaranlage mit Speicher nutzt, kann dafür eine Förderung beantragen. Denn für Photovoltaik-Anlagen auf Privathäusern gibt es eine Menge verschiedener Förderprogramme, die den Erwerb einer PV-Anlage sehr attraktiv machen. Dabei stellt nicht nur der Bund Gelder bereit, sondern auch die Länder haben ansprechende Angebote. Von Investitionsförderung und Einspeisevergütung über Zuschüsse von Energieversorgern bis hin zu zinsgünstigen Krediten gibt es hier etliche Modelle. Besonders attraktive, bundesweit geltende Angebot gibt es in diesem Zusammenhang von der KfW-Bank.

Die richtige Solaranlage mit Speicher finden

a) Der Kapazitätsfaktor: Wichtig ist, dass eine Solaranlage mit Speicher über ausreichend Speicherkapazitäten verfügt. Damit sich der in den sonnigen Stunden produzierte Eigenstrom bestmöglich speichern lässt, ist es empfehlenswert, auf einen Batteriespeicher mit einer Speicherkapazität von bis zu 1 kWp Leistung pro 1.000 kWh Haushaltsstromverbrauch zu setzen. Haben Sie vor, Ihre Solaranlage mit Speicher für das E-Auto überwiegend nachts zu beanspruchen, sollte der Batteriespeicher besser sogar 1,5 kWp Leistung pro 1.000 kWh haben.

b) Die Lebensdauer der Batterie: Diese spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Normalerweise hält ein Batteriespeicher mindestens zehn Jahre. Bei einem Anschaffungspreis von unter 600 Euro (netto) und Speicherkosten von 20 Cent/kWh oder weniger lohnt sich die Anschaffung einer PV-Anlage mit Speicher auf jeden Fall.

c) Die Garantie: Die meisten Hersteller geben auf eine Solaranlage mit Speicher zehn Jahre Garantie. Bei korrekter Nutzung kann diese jedoch auch länger halten. Für den wirtschaftlichen Betrieb und die Amortisation der Kosten sollten Sie die Garantie immer im Auge haben. Denn je länger diese läuft, umso besser.

d) Das Mietmodell: Wer nicht kaufen will, kann eine Solaranlage mit Speicher auch mieten. Und das ist gar nicht so unüblich. Mit vertraglich fixierten Laufzeiten können Sie eine gemietete PV-Anlage in der Regel zwischen 15 und 20 Jahren nutzen. Die Kosten liegen dabei – abhängig von Anlage, Vertragslaufzeit und Dachfläche – bei Preisen zwischen 40 und 100 Euro pro Monat.

Der große Vorteil dabei: Wartung und Versicherung sind inklusive und Sie können sich sicher sein, dass Ihnen extrem hochwertige Technik zur Verfügung steht. Oft haben Kunden, die eine Solaranlage mit Speicher mieten, nach Ablauf des Vertrages auch die Möglichkeit, die Anlage zum Zeitwert zu erwerben.

Wichtige Informationen zur Installation

Besitzen darf eine Solaranlage mit Speicher jeder, installieren jedoch nicht. Das sollten Sie immer einer Fachkraft überlassen. Denn den Anschluss einer PV-Anlage an die Hauselektrik sowie an das Stromnetz darf nur qualifiziertes Personal durchführen. Außerdem machen Hersteller die Garantien oftmals von einer fachgerechten Montage abhängig – die nur ein Experte vornehmen kann.

Das Fazit zur Solaranlage mit Speicher: viel Aufwand, viel Profit

Sie fühlen sich durch Kosten, Aufwand und Vorgaben abgeschreckt? Keine Sorge, die Investition lohnt sich schnell. Ja, auf den ersten Blick sind auch 8.000 Euro eine große Summe. Aber auf die Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren gerechnet, amortisieren sich diese Kosten extrem schnell. Denn Sie wissen ja: Alles, was Sie an selbsterzeugtem Strom nutzen, müssen Sie nicht von extern kaufen. Außerdem nutzen Sie auf diese Weise wirklich grünen Strom und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Energiewende.