29. April 2021

Typ-2-Stecker, Schuko oder CCS? Ein Überblick über die häufigsten Steckertypen

Wer ein E-Auto hat, der hat die Qual der Wahl – wenn es um den richtigen Steckertyp für das Ladekabel geht. Denn leider ist es nicht so, dass jeder Stecker zu jedem Fahrzeug passt. Darum sollte spätestens vor der Installation einer Wallbox auf jeden Fall geprüft sein, welche Anschlussmöglichkeiten das Fahrzeug unterstützt bzw. umgekehrt, welchen Steckertypen die Ladetechnologie der Wallbox benötigt. Nur so ist ein komfortables und problemloses Laden gewährleistet. In diesem Zusammenhang kann in den meisten Fällen der sogenannte Typ-2-Stecker überzeugen.

Warum das so ist, welche Steckertypen Sie generell kennen sollten und warum der Typ-2-Stecker wahrscheinlich auch für Ihr Fahrzeug die beste Lösung ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Laden mit Schuko – das spricht dagegen

Jeder kennt sie, jeder hat sie. Die Rede ist von der haushaltsüblichen Schuko-Steckdose. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern ist diese Steckdosenart Standard. Mit zwei Leitungskontakten (L und N) und einem Schutzleitern (PE) versorgt sie jeden Tag Millionen Menschen mit einphasigem Wechselstrom. In Deutschland handelt es sich hierbei meist um eine Spannung von 230 Volt. Damit ist eine Schuko-Steckdose prinzipiell für das Aufladen eines Elektroautos geeignet, sollte einem Typ-2-Stecker jedoch niemals vorgezogen werden.

Lernen Sie zappi kennen!


zappi ist die intelligente Ladestation für Ihr Zuhause!


Photovoltaik-Überschussladen

Photovoltaik-Steuerung, kabellos und unabhängig vom Hersteller der Anlage

Integrierter dynamischer Lastausgleich

Übersichtliches Display

Beste Preis-Leistung bei Hardware und Installation

Warum? Ganz einfach: weil es zu gefährlich ist. Zwar lässt sich im Grunde jedes Elektrofahrzeug an einer Schuko-Steckdose mit 230 Volt aufladen. Aber auch wenn diese Methode unkompliziert scheint, sollte sie tatsächlich nur im äußersten Notfall greifen. Denn beim Aufladen über eine Schuko-Steckdose mangelt es leider an Sicherheit. Normale Stromleitungen sind nämlich nicht für eine solch hohe Dauerbelastung ausgelegt, wie es beim Aufladen eines Elektrofahrzeugs der Fall ist. Das kann Kurzschlüsse und Kabelbrände zur Folge haben, was wiederum zu Schäden an Fahrzeug und Gebäude sowie zu schweren Personenverletzungen führen kann. Mit einem Typ-2-Stecker sind diese Risiken nicht gegeben.

Auf der sicheren Seite mit dem Typ-2-Stecker

Im Zusammenhang mit der Frage nach dem passenden Stecker ist es wichtig zu wissen, dass es generell zwei Arten von Ladestationen gibt: eine Variante mit einem festangeschlossenen Kabel (Typ-2-Ladestecker oder Typ-2-Ladekabel) und eine Variante mit einer integrierten Typ-2-Steckdose. Die meisten Ladestationen, die über diese integrierte Steckdose verfügen, unterstützen den Typ-2-Stecker. Dabei erfüllt dieser alle Nutzungskriterien für die auf dem europäischen Markt am häufigsten verwendeten dreiphasigen Ladevorrichtungen, die zudem standardisiert und nach DIN genormt sind. So sind heute nahezu alle öffentlichen Ladesäulen in Deutschland mit einem Typ-2-Stecker ausgestattet.

Eigens für Elektrofahrzeuge entwickelt, gilt der Typ-2-Stecker als der Stecker schlechthin, wenn es um das komfortable Laden von E-Autos geht. Doch was ist das Besondere daran? Zunächst wären da die fünf Standardanschlüsse für Drehstrom (PE, N, L1, L2, L3) zu nennen. Hinzu kommen zwei extra Kontaktpins: die Datenleitung CP (Control Pilot) und der Ladekabel-Kontakt PP (Proximity Pilot). Diese dienen der Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladesäule. Dabei übermittelt der CP-Kontakt den Ladestatus. Die PP-Leitung gibt Auskunft darüber, für welche Belastung das angeschlossene Ladekabel ausgelegt ist.

Typ-1-Stecker oder Typ-2-Stecker?

Diese Frage müssen Sie sich nur stellen, wenn Sie in Amerika oder Asien unterwegs sind. Denn was in Europa der Typ-2-Stecker ist, ist dort der Typ-1-Stecker. Auch speziell für das Laden von Elektrofahrzeugen entwickelt, ist er vor allem in amerikanischen Modellen sowie in E-Autos aus Korea und Japan zu finden. Der Unterschied zwischen beiden Steckern liegt darin, dass der Typ-1-Stecker nur über eine Phase verfügt. In Europa beschränkt sich die maximale Ladeleistung des Typ-1-Steckers auf Ladestationen mit maximal 7,4 kW bzw. auf Anschlüsse mit 230 V. Sie fahren ein Elektroauto mit Typ-1-Stecker? Keine Sorge – dank entsprechender Adapter können Sie Ihr Fahrzeug auch in Deutschland problemlos aufladen.

Fest steht dennoch, dass Sie mit einem Typ-2-Stecker noch ein ganzes Stück mehr Komfort genießen können. Das liegt nicht allein daran, dass diese Steckerart nahezu überall zu finden ist, sondern auch an der Ladedauer. Denn mit einem Typ-2-Stecker lassen sich an privaten Ladestationen Leistungen von bis zu 22 kW (400 V bzw. 32 A) und an öffentlichen Ladestationen sogar von bis zu 43,5 kW (400 V bzw. 63 A) erzielen. Zudem ermöglichen Typ-2-Stecker sowohl ein Aufladen mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom. Der Vorteil bei letzterem ist, dass der Strom direkt von der Ladesäule in die Batterie fließen kann, ohne vorher von Wechsel- zu Gleichstrom umgewandelt werden zu müssen.

Ein weiterer Vorteil, den der Typ-2-Stecker bietet, ist das Thema Sicherheit. Denn eine spezielle Verriegelung sorgt dafür, dass sich der Stecker während des Ladevorgangs nicht abziehen und stehlen lässt.

Mehr Komfort dank CCS-Stecker

Sie sind auf der Suche nach höchster Flexibilität? Dann ist ein Combined Charging System (CCS) genau das richtige für Sie. Der CCS-Stecker, auch Combo-Stecker genannt, ist ein kombiniertes Ladestecksystem, das sowohl ein Aufladen mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom unterstützt. Auch als „2 in 1“-Stecker bekannt, ist der CCS-Stecker als eine Art Weiterentwicklung des Typ-2-Steckers zu verstehen. So beinhaltet er im oberen Teil einen Typ-2-Stecker für die Kommunikation mit der Ladesäule sowie für die Übertragung des Wechselstroms. Im unteren Teil verfügt er über zwei zusätzliche Leitungspins für Gleichstrom. Komfortables und einfaches Aufladen ist hier garantiert.

Der entscheidende Vorteil des CCS-Steckers liegt darin, dass Sie darüber Ihr Elektrofahrzeug sowohl zu Hause an der privaten Ladestation mit Wechselstrom als auch an öffentlichen Ladesäulen mit Gleichstrom laden können. Dabei sind Ladeleistungen von bis zu 170 kW möglich – zumindest in der Theorie. In der Praxis kommen CCS-Stecker tatsächlich nur auf bis zu 50 kW, was trotzdem sehr viel ist. Und auch in Sachen Sicherheit steht der CCS-Stecker dem Typ-2-Stecker in nichts nach: Eine Verriegelung sowie eine Temperaturüberwachung sorgen dafür, dass der Ladevorgang zu jeder Zeit und in jeglicher Hinsicht sicher ist.

Artikel teilen