16. September 2021

So melden Sie Ihre Wallbox richtig beim Netzbetreiber an

Eine Wallbox kaufen, anschließen und direkt Strom beziehen – eine schöne Vorstellung, die so leider nicht funktioniert. Denn seit März 2019 legt §19 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) fest, dass Fahrzeughalter ihre private Wallbox beim Netzbetreiber anmelden müssen, bevor sie diese überhaupt benutzen dürfen. Wer eine Wallbox mit einer Ladeleistung von mehr als 11 kW nutzen möchte, braucht sogar eine Genehmigung für Installation und Betrieb.

Welche Unterschiede zwischen Meldung und Genehmigung Sie kennen sollten, warum es wirklich wichtig ist, dass Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden und was passiert, wenn die Anmeldung abgelehnt wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Von A wie Anmeldung bis I wie Inbetriebnahme

Bevor Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden, gibt es eine ganz wichtige Information, die Sie immer im Kopf haben sollten: Die Abnahme der Wallbox muss ein Experte durchführen! Warum? Weil dieser Vorgang einiges an Fachwissen und Expertise erfordert. Darüber verfügt in der Regel nur eine Elektrofachkraft. Empfehlenswert ist deswegen, neben der Installation der Wallbox auch die Anmeldung der Wallbox direkt vom Elektroinstallateur durchführen zu lassen. So haben Sie weniger Stress und können sich sicher sein, dass vom ersten bis zum letzten Schritt alles reibungslos und im Sinne der rechtlichen Vorgaben der NAV abläuft.

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Damit der Installateur Ihrer Ladestation direkt loslegen und alle bis zur Inbetriebnahme erforderlichen Handlungen schnell und unkompliziert vornehmen kann, sollten Sie bereits im Vorfeld ein paar Vorbereitungen treffen. Denn damit schaffen Sie alle Voraussetzungen für den Installateur, um Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden und auch abnehmen zu können. Um welche wichtigen Aspekte es dabei geht, zeigt Ihnen die folgende Auflistung.

Prüfung Ihrer Netzkapazitäten

Wer sein Elektroauto zu Hause aufladen möchte, hat zwei Dinge als Ziel: vollen Komfort bei größtmöglicher Sicherheit. Darum gehört es zu den wichtigsten Voraussetzungen, dass Sie über die Beschaffenheit des Stromanschlusses sowie über die Dimensionierung der Stromleitung Bescheid wissen. Und zwar noch bevor Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden. In der Praxis bedeutet das: Eine Wallbox muss immer über eine separate Stromleitung angeschlossen sein, über die keine weiteren Stromverbraucher laufen. Zudem sollte die Dimensionierung der Stromleitung zwingend auf die gewünschte Ladeleistung angepasst sein.

Wer jetzt einen immensen Aufwand befürchtet – keine Sorge! Für eine Ladestation mit einer Ladeleistung von 11 kW ist in der Regel jeder Netzanschluss ausgelegt. Und wenn Sie trotzdem einen weiteren großen Stromverbraucher an dieselbe Leitung wie die Wallbox anschließen möchten, sollten Sie eine Erweiterung des Netzanschlusses veranlassen. Auch das ist ein notwendiger Schritt,  bevor Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden.

Zudem sollten Sie bereits im Vorfeld prüfen, ob Sie mit der Installation einer Wallbox alle rechtlichen Fragen in Bezug auf sämtliche Vorgaben von Bau-, Wohneigentums- und Mietrecht erfüllen.

Netzbetreiber oder Stromanbieter – wann und bei wem müssen Sie Ihre Wallbox anmelden?

Generell gilt, dass Sie jede Wallbox beim Netzbetreiber anmelden müssen. Denn selbst die „kleinsten“ Modelle mit einer Ladeleistung von nur 3,7 kW unterliegen nach §19 NAV einer Anmeldepflicht. Mit zunehmender Leistung kommen jedoch noch weitere Vorgaben hinzu. So gilt für eine Wallbox bis einschließlich 11 kW nur die Pflicht zur Anmeldung. Ladestationen, die eine Ladeleistung von mehr als 11 kW erbringen, benötigen eine zusätzliche Genehmigung des Netzbetreibers. Ohne diese ist es Ihnen nicht erlaubt, eine leistungsstärkere Wallbox zu installieren, geschweige denn zu nutzen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Netzbetreiber und Stromanbieter sind nicht das gleiche. Während der Stromanbieter derjenigen ist, von dem Sie Ihren Strom beziehen, ist der Netzbetreiber die Institution, die für Ihr Stromnetz zuständig ist. Alle Informationen zu letzterem finden Sie entweder auf Ihrem Stromzähler oder aber auf Ihrer Jahresrechnung. Bevor Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden, sollten Sie deswegen genau nachschauen, wer Ihr Netzbetreiber ist.

Meldung vs. Genehmigung – wann ist was erforderlich?

Wenn Sie eine Ladestation nutzen möchten, die zwischen 3,7 kW und 11 kW Ladeleistung erbringt, sind Sie lediglich dazu verpflichtet, die Wallbox beim Netzbetreiber durch den Installateur nach §19 NAV anmelden zu lassen. Hat der Netzbetreiber diese Information erhalten, ist alles Notwendige für die Inbetriebnahme getan. Einspruch erheben kann er nicht.

Wer allerdings eine Wallbox mit mehr als 11 kW beim Netzbetreiber anmelden möchte, benötigt gemäß §19 NAV eine explizite Genehmigung. Haben Sie die Anmeldung der Wallbox vorgenommen und die Genehmigung eingereicht, muss der Netzbetreiber sich innerhalb von zwei Monaten zurückmelden. In dieser Zeitspanne kann er überprüfen, ob die Kapazitäten des Hausanschlusses ausreichen, um eine Wallbox mit einer Ladeleistung von mehr als 11 kW betreiben zu können. Ist dies der Fall, so erhalten Sie eine Zusage mit der Auflage, die Wallbox in den kommenden vier Monaten von einer Elektrofachkraft installieren und abnehmen zu lassen. Ist die Genehmigung nicht erteilt, so darf die Wallbox weder installiert noch in Betrieb genommen werden.

Genehmigung verweigert – was tun?

Kommt es zu dem Fall, dass Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden und genehmigen lassen möchten, dieser jedoch ablehnt, so ist auch das kein Grund zur Panik. Denn in den meisten Fällen liegt der Absage eine Mängelliste bei. Oft handelt es sich hierbei um die Ausbesserung von Sicherungen und Leitungen oder aber um die Verstärkung des Netzanschlusses. Haben Sie alle Hindernisse beheben lassen, können Sie einen erneuten Antrag zur Anmeldung und Genehmigung stellen.

In 5 Schritten zur Wallbox – Ihre Checkliste für eine erfolgreiche Anmeldung und Genehmigung

Wenn Sie Ihre Wallbox beim Netzbetreiber anmelden möchten, brauchen Sie im Grunde also nichts. Außer einer erfahrenen Elektrofachkraft und einer guten Organisation. Und damit letztere ganz reibungslos klappt, bekommen Sie hier noch einmal die wichtigsten Schritte als übersichtliche Checkliste.

  1. Prüfung aller Vorgaben von Bau-, Wohneigentums- und Mietrecht sowie Ihrer Netzkapazitäten.
  2. Identifizierung des Netzbetreibers
  3. Identifizierung der Ladekapazitäten Ihrer Wallbox (bis 11 kW oder mehr als 11 kW)
  4. Beauftragung einer Elektrofachkraft für Anmeldung und ggf. Genehmigung Ihrer Wallbox
  5. Installation und Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft

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